Warum es so schwer ist, sich das Rauchen abzugewöhnen...


Hintergrund

Eine groß angelegte europäische Studie hat ergeben, dass


Jeder zweite Erwachsene in Österreich ist entweder ein aktiver oder ehemaliger Raucher.

Jeder 10. erwachsenen Österreicher hat innerhalb der letzten 12 Monate versucht, sich das Rauchen abzugewöhnen.

Nur 10% haben tatsächlich länger als 2 Monate nicht geraucht. Die höchste Rückfallquote lag zwischen dem 2. Und dem 6. Tag.

Stress, gekoppelt mit dem unwiderstehlichen Drang, das Rauchen wieder aufzunehmen, waren die weitaus häufigsten Gründe für den Abbruch. Kollegen, die rauchen, Angst vor Gewichtszunahme und Vermissen der Gewohnheit gelten als weitere Auslöser für den Rückfall.

Emotionale Verstimmungen (Ärger, Frustration, Angst oder Depression ) gelten als wichtigste Auslöser und sind ursächlich an der Stressreaktion beteiligt.


Wenn schon, dann richtig !

Stress und Rauchen gleichzeitig bewältigen


Viele Menschen wollen sich das Rauchen abgewöhnen doch scheitern immer wieder, weil sie es nicht schaffen, den Entzug durchzuhalten.


Stress, gekoppelt mit dem unwiderstehlichen Drang nach einem Zug aus der Zigarette, sind mit Abstand die häufigsten Gründe für den Abbruch.


Raucher, die unter starken Druck stehen oder emotional belastet sind, verdienen daher unsere besondere Aufmerksamkeit und Hilfe:


STRESS


Stress ist eine Reaktion des Körpers auf verschiedene Belastungen, den Stressoren.  Diese können von außen oder innen kommen und physischer oder psychischer Natur sein. Wissenschaftlich nachweisbar ist, dass Stresshormone ausgeschüttet werden, die den Menschen in die Lage versetzen, eine körperliche und mentale Antwort auf  Belastungen zu finden. Stress ist lebensnotwendig, doch eine andauernde Aktivierung des Stresssystems durch ständige Belastung, führt zu vielen gesundheitlichen Schäden.


RAUCHEN STRESST


Raucher weisen, im Vergleich zu Nichtrauchern oder ehemaligen Rauchern, einen viel höheren Wert des Stresshormons Cortisol auf. Rauchen gilt somit als eine Ursache von Stress.


NIKOTIN WIRKT BESONDERS GUT BEI STRESS


Wenn das Stresshormon Cortisol erhöht st, wirkt Nikotin besonders gut. Rauchen löst durch Wirkung über Botenstoffe im Gehirn ein Gefühl der Euphorie aus, andererseits hilft der Griff zur Zigarette, sich kurzzeitig entspannter zu fühlen. Was allerdings als  Entspannung empfunden wird, ist aber in Wirklichkeit auf eine Erleichterung der Entzugserscheinungen zurückzuführen.



NIKOTINENTZUG IST STRESS


Neben diesen Faktoren wurde in einer bahnbrechenden wissenschaftlichen Arbeit gerade ein weiterer Mechanismus dargestellt: Nikotinentzug bewirkt neben der bekannten Wirkung auf das Belohnungssystem des Gehirns, auch eine zusätzliche Aktivierung des Stresssystem im Gehirn. Dies  führt zu einer starken Reaktion, resultiert in Nervosität, Angst und Reizbarkeit, sowie einem heftigen Verlangen nach Nikotin.


NIKOTINENTWÖHNUNG = STRESSTHERAPIE


Erfolgreiche Raucherentwöhnung bedeutet gleichzeitig Stresstherapie, da ex-Raucher nachweislich geringere Spiegel des Stresshormons Cortisol aufweisen. Um eine Entwöhnung erfolgreich durchzuhalten, muss gleichzeitig mit den allgemein üblichen und bewährten Elementen der Rauchertherapie, Methoden zur kurz- und langfristigen Stressbewältigung angeboten werden.


PROFESSIONELLE HILFE IST WICHTIG


Nur 10% der entwöhnungswilligen Raucher nehmen professionelle Hilfe in Anspruch. Dabei sollten gerade Raucher, die unter Stress stehen, auf einen Entzug vorbereitet werden, um die Erfolgsaussichten zu erhöhen.


Gute Raucherentwöhnungsprogramme, die langfristigen Erfolg versprechen,  sollen folgende Faktoren berücksichtigen:


1.Motivation

2.Information

3.Verhaltenstherapie

4.Bekämpfung der Entzugserscheinungen


Für Raucher, die unter Stress stehen ist eine zusätzliche Stressbewältigung als 5. Punkt anzuraten.




PLANEN & VORBEREITEN: NICHT EINFACH AUFHÖREN


Für Raucher, die unter Stress stehen, muss der Rauchentzug individuell geplant werden. Die Betroffenen sollen  über den Zusammenhang zwischen Stress und Rauchen aufmerksam gemacht werden und ein wirksames Stressbewältigungsprogramm soll schon vor dem Beginn des Entzuges angeboten werden.  Dies hätte zur Folge, dass Techniken, Methoden und Werkzeuge zur Hand sind, welche die unangenehmen und heftigen Entzugserscheinungen auf Grund des aktivierten Stresshormons entgegenzuwirken.


RAUCHENTWÖHNUNG UND STRESSBEWÄLTIGUNG BEIM ARZT


Es ist wichtig zu wissen, dass chronische Stressbelastung  zu einem komplexen medizinischen Symptomenkomplex führt, dessen Diagnose und Behandlung in die Hand eines enstprechend geschulten Arztes gehört.  Dieser wird mit Hilfe eines interdisziplinären Expertenteams, die geeigneten Maßnahmen zur Prävention oder Intervention verordnen und gegebenenfalls koordinieren.


Raucher, die unter Stress stehen haben eine heftige Entzugssymptomatik zu erwarten und es bedarf daher eines energischen Ansatzes auf allen Ebenen.


Für Raucher die unter Stress stehen, ist daher eine medikamentöse Therapie (zB Nikotinersatzstoffe) durchaus sinnvoll, um die Entzugssymptomatik zu lindern.


Auch die komplementäre Anwendung einer regulativen Therapie, wie zB die Akupunktur, kann die Entzugserscheinungen lindern.


Beratung bezüglich einer ganzheitlichen Stressbewältigung soll angeboten werden.


WELCHE STRESSBEWÄLTIGUNGSPROGRAMME SOLLEN ANGEWANDT WERDEN?


Raucher brauchen ein speziell für sie abgestimmtes Stressbewältigungsprogramm. Neben dem  Erkennen der individuellen Ursachen von Stress, soll das Programm einfache, doch effektive Methoden der körperlichen und geistigen Entspannung bietet. Gleichzeitig muss eine  Anpassung der Ernährung erreicht werden, um den Körper in der Phase des belastenden Entzuges zu unterstützen und der Gewichtszunahme im Entzug entgegenzuwirken. Mittelfristig müssen die eigene Erwartungshaltung, sowie die Kontrolle der Emotionen berücksichtigt werden, um eine nachhaltige Stressbewältigung zu erzielen.


Ein eigenes Stressreduktionsprogamm, das auf die Bedürfnisse von gestressten Rauchern angepasst ist, wurde von der  Gesllschaft für Integrierte Ganzheitsmedizin entwickelt und wird derzeit in Wien angeboten. (Stress & Rauchen)


ZUSAMMENFASSUNG


Stress und Nikotinabhängigkeit sind eng verbunden und können sich gegenseitig verstärken. Raucher, die unter hohen Druck (Stress) stehen, haben mit besonders heftigen Entzugserscheinungen zu rechnen. Um einen Entzug bei Rauchern unter Stress erfolgreich zu machen, muß auch an medikamentöse Therapie zur Linderung der Entzugsymptomatik gedacht werden. Gleichzeitig soll aber auch ein ganzheitliches Stressbewältigungsprogramm angeboten werden, um die die Chancen auf einen erfolgreichen Entzug zu steigern.


Kontakt:


Dr. Michaela Trnka

Döblinger Hauptstraße 52a / 6 / 19

T: * 43-664-2713455

E: mtrnka@mac.com


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